Erfolgreiche Reise Thüringer Wirtschaft kooperiert bald mit Zentralasien

"Made in Germany" hat in Kasachstan und Usbekistan offenbar einen guten Klang. Umgekehrt waren die Thüringer Teilnehmer beeindruckt von der Schnelligkeit und den Summen, die in den beiden zentralasiatischen Ländern in die Infrastruktur und die Bildung fließen. Die Wirtschaftsreise zeigte auch, dass beide Länder Potential haben, den bisher geringen Handelsumsatz mit Thüringen zu erhöhen, hieß es von der Delegation.

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Von MDR THÜRINGEN
Thüringer Unternehmen haben auf ihrer Reise nach Usbekistan und Kasachstan elf Kooperationen vereinbart. So will die Firma Petkus aus Wutha-Farnroda eine Produktionslinie für Saatgutmaschinen in Zentralasien aufbauen.

Mit einem Besuch in Samarkand geht die Wirtschaftsreise in der Nacht zu Samstag zu Ende. Stationen waren Astana, Almaty, Taschkent und Samarkand.Es war eine sehr intensive Reise, die die Thüringer manchmal an die Grenzen ihrer Kondition gebracht haben, berichten die Teilnehmer. Denn ein hochrangiger Termin jagte den nächsten, bis in höchste politische Ebenen.Delegation mit vollem Programm

Die Unternehmens- und Hochschuldelegation wurde von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee angeführt und wollte Kooperationsmöglichkeiten in Zentralasien ausloten, nachdem der russische Markt weggebrochen ist.

Osthandel richtet sich neu aus“Die Karte der globalen Handelsbeziehungen wird an vielen Stellen neu vermessen“, sagte Tiefensee nach Ministeriumsangaben. Das gelte auch für Zentralasien, das sich mit einem hohen Reformtempo und stabilen Investitionsbedingungen als interessante Alternative zum russischen Markt präsentiere.
Die Karte der globalen Handelsbeziehungen wird an vielen Stellen neu vermessen. Wolfgang Tiefensee | Thüringer Wirtschaftsminister

Aktuell bestehe in den Wirtschaftsbeziehungen Thüringens zu beiden Ländern noch viel Luft nach oben. Tiefensee verwies darauf, dass Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im Herbst 2022 bei ihrem Besuch in Kasachstan eine Modernisierungspartnerschaft mit der Region ins Gespräch gebracht habe.

„In diesem Kontext bieten sich gerade für Thüringer Unternehmen interessante Anknüpfungspunkte und Chancen – etwa bei der Modernisierung der Industrie und Infrastruktur, aber auch beim Umbau der Energiesysteme beider Länder“, so der Minister.Suche nach Azubis und FachkräftenEs gehe aber auch um die Gewinnung potenzieller Azubis und Fachkräfte. Usbekistan habe den höchsten Anteil an jungen Leuten, die Deutsch lernen unter allen asiatischen Ländern.Wichtigstes Projekt der Hochschulbeziehungen nach Zentralasien sei die Deutsch-Kasachische Universität in Almaty, für das die Hochschule Schmalkalden Projektträger sei, erklärte das Ministerium.

Insgesamt gebe es aktuell 13 Hochschulkooperationen mit Kasachstan und drei mit Usbekistan. Bisher belaufe sich das Handelsvolumen mit Kasachstan nur auf 36 Millionen Euro, wovon 34,6 Millionen Euro Thüringer Exporte seien.

Noch geringer sei der Handel mit Usbekistan mit nur acht Millionen Euro. Ein Grund dafür sei die bisher starke Konzentration auf Russland. 15 Thüringer Unternehmen haben regelmäßige Exportbeziehungen nach Kasachstan, nur acht nach Usbekistan.

Kasachstan und Usbekistan gelten als die stärksten Volkswirtschaften Zentralasiens. Sie sind rohstoffreich, wollen in Energietechnik investieren und haben eine Bevölkerung, die deutsche Produkte und Sprache schätzt, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium.MDR (gh)

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